Dienstag, 17. Juli 2012

Kriegsberichterstatter

Karl Kraus


Wie? Es gibt Krieg? Wir wissen es von solchen,
die noch ihr dreckiges Ich haben, das erzählt,
in welcher Stimmung sie den Krieg besichtigt?
Ein Schlachtroß fand' es unter seiner Würde
mit seinem linken Hinterhuf die Krummnas'
von sich zu stoßen – und die oben sitzen,
empfangen sie, und stehn ihr Red' und Antwort,
verköstigen an ihrem eigenen Tisch
den Auswurf? Wie, war das Ereignis denn
nicht stark genug, den innern Feind zu schlagen?
Er dringt zur Front, macht sich ums Blatt verdient?
Stellt uns den Krieg vor, stellt sich vor den Krieg?
Er wird nicht untergehn? Er lebt? Er dient nicht?
Nicht exerzieren müssen die Gemeinen?
Ist es ein Krieg? Ich denk', es ist der Friede.
Die Bessern gehen und die Schlechtem bleiben.
Nicht sterben müssen sie. Sie können schreiben.



Quelle: https://gedichte.xbib.de

Impressum/Kontakt

Suche

 

Menü

Sozialkritische Gedichte

twoday.net

Lesestoff







Jürgen Friedrich Weissleder, Jana Ramm
TAGESdosen & pfandZEITEN

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this page (with comments)

twoday.net AGB

Blogverzeichnis Blog Button Blogverzeichnis

Web Counter-Modul


(Alfred Henschke) Klabund
Ada Christen
Adinda Flemmich
Adolf Friedrich von Schack
Adolf Glaßbrenner
Adolf Schults
Albin Zollinger
Albrecht von Haller
Alexander Alexandrowitsch Blok
Alexander Puschkin
Alfons Petzold
Alfred Lichtenstein
Annette Droste-Hülshoff
Anton Alfred Noder
Arno Holz
Attila József
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
development