Sonntag, 10. Februar 2013

Gut zwei Milliarden...

Attila József


Gut zwei Milliarden schlugen mich in Ketten,
Als ihren Wachhund hätten sie mich gern,
Aus ihrer Welt möchten sich südwärts retten
Güte und Zartheit, ach, sie sind schon fern.
Die Welt da kann ich nicht ans Licht mehr halten
Wie Stoffe, die im Reagenzglas walten.
Besiegt bin ich. Mitleid! Und muß erkalten,
Wirst du nicht, Liebe, Rettung mir und Stern.

Ich brauch dich, wie der Bauer Boden braucht,
Regen und Sonne. Ja, ich brauche dich
So wie die Pflanze Licht, in das sie taucht,
Daß ihr dann Blätter wachsen grün und frisch.
Ich brauch dich wie die arbeitenden Massen,
Trotzig sich hinquälend im Kampf der Klassen,
Weil neue Tage sich nicht sehen lassen,
Mut brauchen, Freiheit, den gedeckten Tisch.

Ich brauch dich, Flora, wie das flache Land
Licht, Brunnen, Schulen braucht, Häuser aus Stein,
Wie Kinder Spielzeug, eine sanfte Hand,
Der Arbeiter das Wissen, Mensch zu sein.
Wie man ein Vorbild braucht, in diesen Zeiten
Die Armen Würde, Weise, die uns leiten,
Den Einschlag im Geweb der Eigenheiten,
Vernunft, aus Finsternissen großer Schein.


Übertragen von Stephan Hermlin

Quelle: Poesiealbum 90, Attila József, Verlag Neues Leben

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