Donnerstag, 21. März 2013

Europäische Dämmerung

Albin Zollinger


Du alte Arche der Kultur,
Europa, bist du nun am Ende?
Vom Ararat kommt deine Spur,
Dies aber ist die späte Wende

Am Rande ausgefüllter Zeit -
Einmal, auf einer Höhe weißer
Noch lange blinder Wirklichkeit,
Sehn uns die Enkel hier in heißer

Und steiler Mittagsstunde stehn
Auf einem Gipfel der Geschichte
Und sehen unser Untergehn
Und sehn die bitteren Gerichte

Und Schrei und Rauch und Sümpfe Gas
Und langen Fall der Kathedralen
Und Wiederkehr von Wald und Gras,
Des Kontinentes Abendstrahlen.

Noch trägt er mich in seinem Laub,
Der weite Baum, hält mich am Meere
Über den Glanz von Glitzerstaub
In einem Atem salziger Leere.

Bleib ich dir treu, geliebter Raum
Voll Kostbarkeit gereifter Künste?
Vergangenheit sinkt wie ein Traum
In Dunkelheit und müde Dünste.

Gegrüßt, ihr Brüder, fern da vorn!
Die Zeit ist euer - Weltgeschichte
Strömt unversieglich aus dem Born
Der schöpferischen Urgesichte.



Quelle: Tränen und Rosen, Krieg und Frieden in Gedichten aus fünf Jahrtausenden von Achim Roscher, Verlag der Nation Berlin


Albin Zollinger

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