Sonntag, 17. Juli 2011

PROKLAMATION

Majk Johansen ( 1895-1937)


Wir laden einst mit Himbeersaft die Flinten,
Und schenken sie den Säuglingen zum Spiel.
Und nageln den Kanonen vorn und hinten
Ein hölzern Joch ins mörderische Ziel.

Vom Rost erblinden dann die Panzerschiffe,
Und senken stumm sich in den Meereskies:
Dort in dem Sand der tief versteckten Riffe
Entschläft für Ewigkeit das Goldne Vlies.

Doch noch ist´s weit. Noch leben die Geschütze,
Noch hängen scharfe Flinten an der Wand,
Noch exerzieren Krieg in Frost und Hitze
Soldaten auf der See und auf dem Land.

Noch gilt es, Bruder Böttcher, lang zu bohren
Bis aus der Birkentonne dunklem Schrein
Emporschießt, flammend und im Rausch geboren,
Der Aufruhr, gleich dem tausendjähr´gen Wein.

Dann laden wir mit Himbeersaft die Flinten
Und schenken sie den Säuglingen zum Spiel,
Als Denkmal einer Zeit, die statt in Hyazinthen
Im Dorngestrüpp vermorscht zusammenfiel.


Quelle: Gedichte gegen den Krieg von Kurt Fassmann (Verlag: zweitausendeins)

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