Alfons Petzold

Sonntag, 12. Juni 2011

Der Krieg.

Alfons Petzold


Aus unbekannten Tiefen stürmt es her,
Es donnert an die Wände, überbraust
Der Räder Sausen, stäupt die Säle leer
Und reißt vom Werke jede Arbeitsfaust.

Seit Jahren wühlte es aus Angst und Haß
Sich aufwärts in das grelle Tageslicht.
Nun ist es fremd dem dunkelen Gelaß
Und glüht aus jedem finsteren Gesicht.

Millionen Hände sind ihm untertan,
Weh dem, der warnend ihm entgegentritt,
Der wilde Blutrausch ist kein Traum und Wahn
Er schreit und klirrt aus jedem Wort und Schritt.

Und reißt die Herzen aus den Brüsten. Rot
Blüht's aus den Feldern, aus dem Stein der Stadt.
Aus tausend Schlünden springt der giere Tod,
Er springt und würgt und trinkt sich nimmer satt.


Quelle: https://gedichte.xbib.de

Montag, 20. Dezember 2010

Es ist Krieg...

Alfons Petzold

Es entzünden sich langsam die ewigen Sterne,
Von irgendwo singt eine Amsel süß und rein
Die Strophen der Liebe in den Abend hinein.
Und in der blauumtürmten, horizontenen Ferne
Ist Krieg, ist donnernder Krieg.

Die Rosen lächeln über die Mauern der Gärten,
Die Lilien halten ein Tüchlein vor das Gesicht
Und irgendwo müssen sich viele Herzen härten.
Weil einer ihrer so viele zerbricht –
Der Krieg, der donnernde Krieg.


Quelle: https://gedichte.xbib.de

Der Arbeitslose

Alfons Petzold

Staub auf den Schuhen und auf der getretenen Seele,
Schleicht er den Weg der stummen Vergrollten dahin,
Springt ihm kein fröhliches Wort aus der trockenen Kehle,
Suche nach Arbeit drückt seinen grübelnden Sinn.

Seine Tage sind dunkel, die Sonne verhüllen
Graudampfe Nebel. Er hebt nicht die Blicke empor.
Die Klänge der Arbeit, die alle Straßen erfüllen
Brausen um ihn wie ein hohnvoll spottender Chor.

Wie doch die Stunden in quälendem Hoffen sich dehnen,
Indes ihn vorwärts peitscht die hungernde Not.
Er klopft an die Türen, dahinter die Hämmer dröhnen,
All seine Sinne schreien nach Arbeit und Brot.

Alles umsonst. Der Taglauf beugt sich dem Ende.
Wiederum nichts. Seine Lippen flüstern es matt.
Er schaut im Haß auf die schwielenbedeckten Hände
Und schleicht hinaus auf das lehmige Feld vor der Stadt.


Quelle: https://gedichte.xbib.de

Die Kinder im Krieg

Alfons Petzold

Wir haben nicht Kleider, noch Schuhe,
Wir laufen durch Hunger und Frost,
Ganz leer ist der Großmutter Truhe
Und Brot eine seltene Kost.

Der Vater steht oben in Polen,
Hebt er seine Flinte, dann krachts,
Die Mutter aber sucht Kohlen
Und faule Kartoffeln des Nachts.

Wir haben kein Öl in der Flasche,
Der Mond gibt uns manchmal ein Licht,
Warum brennt nicht im Ofen die Asche,
Warum hilfst du, Herr Jesu, uns nicht?

Wir hören im finsteren Zimmer
Auf der Gasse Soldatenschritt,
Da weint unsre Mutter wie immer
Und wir, wir weinen mit.

Quelle: https://gedichte.xbib.de

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