An Deutschland
Charles Hamilton Sorley
Auch ihr seid blind wie wir. Denn keiner sann
Euch Unheil, gierte je nach eurem Land.
Doch in des eignen Raums und Denkens Bann
Hintaumeln wir in blindem Unverstand.
Ihr saht nur eure Zukunft unverwandt,
Und wir des eignen Wollens steilen Plan -
So stehen wir uns im Weg und, haßentbrannt,
Fall´n wir, Verblendete, uns tödlich an.
Wenn Friede ist, erst dann lischt Trug und Schein;
Dann schaun wir uns´re wahrere Gestalt
Verwundert, und, Versöhnte, reichen bald
Wir uns die Hand und lachen alter Pein -
Wenn Friede ist. Bis dahin herrscht Gewalt,
Wird Sturm und Finster, Flut und Donner sein.
Quelle: Gedichte gegen den Krieg, Herausgegeben von Kurt Fassmann bei ZWEITAUSENDEINS
Auch ihr seid blind wie wir. Denn keiner sann
Euch Unheil, gierte je nach eurem Land.
Doch in des eignen Raums und Denkens Bann
Hintaumeln wir in blindem Unverstand.
Ihr saht nur eure Zukunft unverwandt,
Und wir des eignen Wollens steilen Plan -
So stehen wir uns im Weg und, haßentbrannt,
Fall´n wir, Verblendete, uns tödlich an.
Wenn Friede ist, erst dann lischt Trug und Schein;
Dann schaun wir uns´re wahrere Gestalt
Verwundert, und, Versöhnte, reichen bald
Wir uns die Hand und lachen alter Pein -
Wenn Friede ist. Bis dahin herrscht Gewalt,
Wird Sturm und Finster, Flut und Donner sein.
Quelle: Gedichte gegen den Krieg, Herausgegeben von Kurt Fassmann bei ZWEITAUSENDEINS
JimPfeffer - 30. Okt, 11:50






