Falderwald

Freitag, 12. Juni 2015

Weiße Rose

Falderwald


Ach, weiße Rose, wärest du noch hier,
dann sähest du, es ist nun vieles besser,
die Diktatur und ihre Menschenfresser
agieren nur noch auf Geschichtspapier.

Ach, junge Blüte, du warst eine Zier,
dein harter Geist war wie ein scharfes Messer,
auf dessen Schneide Tanz schlug der Erpresser
dein weiches Herz ans Hakenkreuzpanier.

Du ließest dir dein Ideal nicht rauben
und wolltest an Moral und, trotz der Falle,
ein neues geistiges Europa glauben.

Ach, Sophie, stellvertretend für euch alle
scheinst du als hellster Stern der Friedenstauben,
auf ewig sei dir eine Ruhmeshalle.



https://www.gedichte-eiland.de

Dienstag, 20. August 2013

Demokratischer Wahlkrampf

Falderwald


Die Zeit, als ihr noch Ideale wart,
hat sich verschlissen und ist längst vorbei,
politisch motivierter Einheitsbrei
bestimmt den Kurs auf eurer Butterfahrt.

Mit unverblümter Augenwischerei
in eurer speziellen Eigenart
gestaltet ihr die Welt der Gegenwart,
als sei sie ein Produkt der Gaunerei.

Ihr tut so edelmütig, doch tatsächlich
habt ihr betrogen, Titel euch erschlichen
und immer wieder seid ihr auch bestechlich.

Als Prototypen all der öffentlichen
Gesichter habt ihr fast schon unaussprechlich
den Anstand aus dem Wahlprogramm gestrichen.



Quelle: https://www.gedichte-eiland.de

Sonntag, 26. August 2012

Die neuen Propheten

Falderwald


Sie haben mich noch nicht einmal empfangen
in ihrer arroganten Allgewalt,
dabei war dieses Ortes Luft durchwallt
vom süßen Duft der schlauen Würgeschlangen.

Moralbefreit und ohne jeden Halt
erzwangen sie mit gierigem Verlangen
in jeder Beute ahnungsvolles Bangen,
denn sie taktierten mathematisch kalt

und nutzten Monitore statt Altäre
als Opferstätte für den Schicksalslauf
zu ihrer seelenlosen Indexlehre.

Sie nahmen in perversen Ritualen
auch Not und Elend kalkuliert in Kauf
und führten Krieg mit virtuellen Zahlen.


Quelle: https://www.gedichte-eiland.de

Mittwoch, 9. Mai 2012

Maskenball

Falderwald


Glaube, Seele, freier Wille,
alle Götzen falscher Macht,
hat der Mensch sich in der Stille
des Bewusstseins ausgedacht.

Freude, Trauer, Angst und Liebe
geben dem Gefühl Figur,
kraftvoll streben jene Triebe
aus dem Schoße der Natur.

Rache, Kämpfe, Hass und Kriege
sind des Menschen Todeskuss,
Toleranz allein bringt Siege,
was der Mensch noch lernen muss.

Bilder, Worte, Reime, Töne
fließen aus der Lebenskunst.
Einer nur besitzt das Schöne:
Mensch, o nutze deine Gunst!


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Freitag, 2. März 2012

Von wegen Ehrensold

Falderwald


Ein seltsames Moralgespinst
schwebt über dieser Republik,
charakterlos und schäbig grinst
es aus der Bundeswurstfabrik.

Da schuftet Mutti vierzig Jahre
für kleine Rente sich fast tot
und schafft es bis zur letzten Bahre
mal eben so mit Müh und Not.
Bei Bonzen, Schlipsen und Bebrillten
bekommt jedoch ein Lügenbold,
den Staatsanwälte schließlich killten,
für seine Taten Ehrensold.

Zweihunderttausend Euroehren,
pro Jahr, versteht sich, selbstverständlich.
O Herz, was willst du mehr begehren,
die "Kumpels" zeigen sich erkenntlich.
Zwar haben Bürger keine Rechte
bei Bundespräsidentenwahlen,
doch müssen sie als Steuerknechte
auch die Versager ausbezahlen.

Herr Wulff ist endlich abgetreten,
doch wäre er ein Ehrenmann,
so hätte er sich das verbeten
und nähm den Ehrensold nicht an.
Denn Ehre muss man sich erwerben,
das ist das oberste Gebot,
doch jede Würde scheint zu sterben
in Aussicht auf ein Gnadenbrot.


Quelle: https://www.gedichte-eiland.de

Montag, 11. Juli 2011

Auf gutdeutsche Art

Falderwald


Es ist per Exklusivvertrag
mit Lügen und Diäten
der aktuelle Bundestag
gewöhnlich angetreten.

Als Synonym für Politik
steht heute die Misere,
in der Bananenrepublik
macht Korruption Karriere.

Jetzt naht das zweite Sommerloch
der Schwestern und der Brüder,
man sollte sie verjagen, doch
das Volk wird immer müder.

Der Staat sanierte routiniert
Betrüger sowie Banken,
doch kürzte er ganz ungeniert
bei Schwachen und bei Kranken.

Darum ist auch der große Frust
des Volkes zu verstehen,
denn das hat langsam keine Lust
mehr weiter mit zu gehen.

So wird nun die Regierungspflicht
ganz einfach ausgesessen,
weil die Geschichte dafür spricht,
daß Menschen schnell vergessen.

Denn unser deutscher Michel ist
wie immer treu und bieder,
darum wählt er den alten Mist
beizeiten gerne wieder.



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Freitag, 29. Oktober 2010

Im einundzwanzigsten Jahrhundert

Falderwald

Ja scheinbar spielt die Welt verrückt
im einundzwanzigsten Jahrhundert.
Sie wird vom Wirtschaftskrieg bedrückt,
was weiter auch nicht mehr verwundert.

Was brauchen wir Herrn Köhler noch
in diesen feinen deutschen Landen?
Zwar sagte er die Wahrheit, doch
Vertrauen ist nicht mehr vorhanden.

Frau Merkel schenkt der Eurowelt,
als sie in Moskau Kriegsschau feiert,
das hartverdiente Steuergeld,
vom bon ami "gelackgemeiert".

Der Euro fließt per Eilgesetz
durch angsterfüllte Dilettanten
ins internationale Netz
der skrupellosen Spekulanten.

Herr Westerwelle ist schon still,
denn seine schönen Wahlversprechen,
die muss er, wenn er bleiben will,
als guter Schoßhund leider brechen.

Weil's vorn und hinten nicht mehr reicht,
droht Kindern, Rentnern, Armen, Kranken,
daß man jetzt schnell bei ihnen streicht,
sozial ist man ja nur zu Banken.

Nun sind wir endlich ganz real,
manch Wahlvieh hat sich wohl gewundert,
barmherzig christlich-liberal
im einundzwanzigsten Jahrhundert.



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Mittwoch, 16. Juni 2010

Mein Eid

Falderwald


Art. 56 GG:

Ich schwöre, dass ich meine Kraft
dem Wohle des deutschen Volkes widmen,
seinen Nutzen mehren,
Schaden von ihm wenden,
das Grundgesetz und die Gesetze
des Bundes wahren und verteidigen,
meine Pflichten gewissenhaft erfüllen
und Gerechtigkeit gegen
jedermann üben werde.
So wahr mir Gott helfe.

Theorie:

Ich schwöre heut mit Herz und Hand
auf das geliebte Vaterland.
Auf daß der Teufel mich dann hole,
tu ich das nicht zum Deutschen Wohle.

Des Volkes Nutzen will ich mehren,
um Schaden von ihm abzuwehren.
Es gilt mein Eid auch den Gesetzen,
sie treu zu wahren, wertzuschätzen,

und stets erfüll ich meine Pflichten,
um jedermann gerecht zu richten.
Das mache ich ganz ohne Spott,
so helfe mir dabei auch Gott.

Praxis:

Hab ich dich erst mal in der Hand,
geliebtes Wirtschaftswunderland,
weiß ich schon jetzt, was ich mir hole,
zum Deutschen, nein, zu meinem Wohle.

Ich werde mich des Volks erwehren,
um meinen Nutzen stets zu mehren.
Bei meinen eigenen Gesetzen
weiß ich die Rechte auch zu schätzen.

Schon bald sind es des Bürgers Pflichten,
den Preis für alles zu entrichten.
Dann hilft euch auch kein lieber Gott,
ich helfe mit beim Staatsbankrott.

Fazit:

Mein Herz zerbricht und meine Hand
zeigt traurig auf das Vaterland.
Zum Teufel geht des Bürgers Wohle
und mit ihm seine Steuerkohle.

Das Volk kann sich bald nicht mehr wehren,
da stetig sich die Lasten mehren.
Das schaffen sie mit Eilgesetzen,
weil sie ihr Stimmvieh nicht mehr schätzen.

Sie machen es zu ihren Pflichten,
uns Deutschland langsam hinzurichten.
Es straft uns selbst der liebe Gott
bei dem Gesindel mit Boykott.


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Freitag, 4. Juni 2010

Feine Deutsche Perspektiven

Falderwald


30 Euro Kopfpauschale,
Rösler, hast du einen Stich?
Jetzt schon drückt die Preisspirale
Deutschlands Bürger fürchterlich.

Auch Kollege Westerwelle
wackelt mit dem gelben Schwanz,
als soziale Lästerquelle
blubbert er mit Arroganz.

Wort gebrochen, Steuern senken,
die Debatte um Hartz IV,
an die Bonzenhintern denken,
das ist F.D.P. - Manier.

Hohle Phrasen, nichts dahinter,
nur ein bisschen liberal,
Deutschlands Klima zielt auf Winter,
frei, doch völlig asozial.



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Was nun, Horst?

Falderwald


Einst kreuzten wir auf großer Spendenfahrt
durch alle Meere dieser schönen Welt,
verschenkten großen Mutes unser Geld
in der beliebten Deutschen Eigenart.

Dann hat der EURO sich uns offenbart,
ein Drache, der Europa überfällt,
so schlimm, daß niemand sich dagegen stellt,
doch unser Kahn ist starr, der Kurs bleibt hart.

Ein wenig Krieg, Milliarden Monsterfraß,
der Pleitegeier wittert schon sein Aas,
die Mannschaft meutert und fühlt sich bedroht,

sie wartet auf ein klares Führungswort,
doch nichts geschieht und in der größten Not
ging heute unser Kapitän von Bord.



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