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Friederike Kempner

Mittwoch, 12. Mai 2010

Fanatismus und Geld

Friederike Kempner


Auf der Kette wohlverschlung'ner Berge
Steh'n zwei Gnomen, stolz und mächtig groß,
Tausend Riesen knie'n vor jedem Zwerge,
Ihre Arme müßig bei dem eignen Los;
Nur wenn jene Gnomen es gebieten,
Eilt die Arbeit, daß die Funken sprühten.

Jedem Zwerg ist untertan die Erde,
Krüppelhaft gestaltet sich die Welt,
Riesen wurden eine staub'ge Herde,
Vor dem Fanatismus und dem Geld, -
Geist'gen Arme schüttelt eure Kette,
Und die Gnomen gleichen Brandesstätte!


Quelle: https://gedichte.xbib.de

Bittrer als der Tod ist Leben

Friederike Kempner


Bittrer als der Tod ist Leben,
Wenn ein stolzes Herz verletzt, –
Sieh’, die Furien sich erheben,
Deren Stahl die Hölle wetzt.

O, der kennt die Seelen wenig,
Der die besten stille schmäht,
Sah man jemals einen König,
Der um Schwarzbrot betteln geht?

In dem lichten Sonnenglanze,
Wandelnd durch das Leben hin,
Schaffend, wirkend für das Ganze,
Treu mit heißem, festem Sinn.

Wer für jedes Glied des Ganzen,
Gerne gäb’ sein Herzensblut,
Liebend, selbst das Tier, die Pflanzen,
Dessen Herz ist rein und gut.

Bittrer als der Tod ist Leben,
Wenn ein solches Herz verletzt,
Sieh’, die Furien sich erheben,
Deren Stahl die Hölle wetzt.

O, der kennt die Seelen wenig,
Der die besten wagt zu schmäh’n,
Sah man jemals einen König,
Einen König betteln geh’n!



Quelle: https://gedichte.xbib.de

Kalt ist die Welt

Friederike Kempner

Kalt ist die Welt,
Hart ist das Geld,
Doch härter und kälter und dümmer
Und tausendmal wohl schlimmer
Als alle Gifte auf deutschen Auen,
Ist Grausamkeit und Heuchelei zu schauen.


Quelle: https://gedichte.xbib.de

Wer einsam kam zu trüber Höhe

Friederike Kempner

Wer einsam kam zu trüber Höhe,
Oft unverstanden angegafft,
Dem rauschet jedes Lüftchen Wehe
Und jedes Blättchen: halte Kraft.

Ja Kraft soll dem die Gottheit geben,
Wer selbstlos nur das Gute will,
Mit seinem Herzblut, seinem Leben,
Und sich verblutet einsam still.


Quelle: https://gedichte.xbib.de

Ginge es nach meinem Herzen

Friederike Kempner

Ginge es nach meinem Herzen,
Würde allen ich vergeben,
Allen denen, welche leben:
Jene tausend Qual und Schmerzen,
Welche sie mich ließen leiden,
Kann sie darum nicht beneiden -
Wälzten sich in Gold und Kot -
Ach - ihr Leben gleicht dem Tod.


Quelle: https://gedichte.xbib.de

Nicht im Reichtum wohnt das Glück,

Friederike Kempner


Nicht im Reichtum wohnt das Glück,
Ach, es weichet scheu zurück
Vor den vielen Eitelkeiten,
Die sich rasch durch's Geld bereiten.

Nicht im Reichtum wohnt das Glück,
Ach, es weichet scheu zurück
Vor dem vielen Ueberflusse
Und dem dummen Scheingenusse.


https://gedichte.xbib.de

Das Ideelle

Friedericke Kempner

Wie die Rose unter Dornen,
Steht das Ideelle jetzt,
Nur das Scheußlich-Materielle
Kommt zuerst und kommt zuletzt!

Wird gepredigt aller Orten,
Als Vernunft, Gebot der Zeit,
Und mit Beispiel und mit Worten
Macht es überall sich breit.

Aber wie die Röslein blühen,
Ungetrübt und ewig rein,
Bleibet alle Schönheit sein,
Trotz der Dünste, die da ziehen!


Quelle: https://www.welt-der-rosen.de

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