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Friedrich Logau

Dienstag, 28. Dezember 2010

Krieg und Hunger

Friedrich Logau


Krieg und Hunger, Kriegs Genoß,
Sind zwey ungezogne Brüder,
Die durch ihres Fusses Stoß
Treten, was nur stehet, nieder.
Jener führet diesen an;
Wann mit morden, rauben, brennen,
Iener hat genug gethan,
Lernt man diesen recht erst kennen;
Dann er ist so rasend kühn,
So ergrimmet und vermessen,
Daß er, wann sonst alles hin,
Auch den Bruder pflegt zu fressen.



Quelle: https://gedichte.xbib.de

Heutige Welt-Kunst

Friedrich Logau

Anders seyn, und anders scheinen:
Anders reden, anders meinen:
Alles loben, alles tragen,
Allen heucheln, stets behagen,
Allem Winde Segel geben:
Bös- und Guten dienstbar leben:
Alles Thun und alles Tichten
Bloß auff eignen Nutzen richten;
Wer sich dessen will befleissen
Kan politisch heuer heissen.



Quelle: https://gedichte.xbib.de

Gerechtigkeit des Neides

Friedrich Logau


Keine Straff ist außgesetzet
Auff deß Neides Gifft;
Denn er ist zu aller Zeit
Selbsten voll Gerechtigkeit,
Daß er meistens trifft,
Und sich durch sich selbst verletzet.


Quelle: https://gedichte.xbib.de

Des Krieges Buchstaben

Friedrich Logau

Kummer, der das Mark verzehret,
Raub, der Hab und Gut verheeret,
Jammer, der den Sinn verkehret,
Elend, das den Leib beschweret,
Grausamkeit, die unrecht kehret,
Sind die Frucht, die Krieg gewähret.


Quelle: https://gedichte.xbib.de

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