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Peter Hille

Dienstag, 26. April 2011

Hymnus an die Dummheit

Peter Hille


Dummheit, erhabene Göttin,
Unsere Patronin,
Die du auf goldenem Throne,
Auf niedriger Stirne die blitzende Krone,
Stumpfsinnig erhabenes Lächeln
Auf breitem Antlitz –
Königlich sitzest:
Siehe herab mit der Milde Miene
Auf deine treuen dir nachdummenden Kinder,
Verjage aus dem Land
Die Dichter und Künstler und Denker,
Unsere Verächter,
Vernichte die Bücher, Traumbuch und Rechenknecht,
Briefsteller und Lacherbsen verschonend,
Und wir bringen ein Eselchen dir,
Dein Lieblingstier,
Dein mildes, sanftes, ohrenaufsteigendes
Lieblingstier,
Eine goldene Krippe dafür
Und ein purpurnes Laken von Distel.


Quelle: Lesebuch/Gedichte und Aphorismen
https://www.lwl.org/literaturkommission/1biblio/hille/buch.htm

Mittwoch, 6. August 2008

Brennende Einsamkeit

Peter Hille


Brennende Einsamkeit
Schreit,
Gestalten kommen hervor, wo Völker modern,
Winkend die Fackeln der Himmel lodern,
Und da ich noch suche die Weite,
So schmiegt es sich mir an die Seite
Und lacht mir so nah mit lebendigen Sternen,
Wie du sie nicht fandest in müdesten Fernen.



Quelle: https://gedichte.xbib.de

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