Freitag, 28. Januar 2011

Die Armen

Richard Dehmel

Nach Emile Verhaeren

Sie sind so, diese armen Herzen,
ganz ausgehöhlt von stummen Schmerzen,
blaß und wie Teiche voll Geweine:
rings Leichensteine.

Sie sind so, diese armen Rücken,
verkrümmt vom Tragen und vom Bücken,
krummer als auf den Dünenhütten
die Dach schütten.

Sie sind so, diese armen Hände,
zittrig wie Gräser im Gelände,
wie dürre Gräser, die zittern
vor nahen Gewittern.

Sie sind so, diese armen Augen,
die nur zu Dienst und Demut taugen,
trauervoller als die von Tieren,
wenn sie nach Freiheit stieren.

So sind sie, diese armen Leute;
dem Elend fallen sie zur Beute
mit lammgeduldiger Geberde,
rings auf der freien Flur der Erde.




Quelle: https://gedichte.xbib.de

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